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Guttenberg: Rücktritt = Rückschritt?
PolitikVor wenigen Stunden hat Deutschland einen fähigen Verteidungsminister verloren. Und nach meiner Meinung ist dies alles andere als nötig gewesen.
Ich möchte nicht sagen, dass ich die "Verfehlungen" seiner Doktorarbeit einfach so missbilligen kann. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wenn es nach den privaten Verfehlungen unserer Poltiker gehen würde, dann hat bestimmt jeder zweite in seiner Vergangenheit mal Mist gebaut und müsste folgerichtig zurücktreten.
Die Medien hatten mal wieder nichts besseres zu tun, als einen talentierten Nachwuchspolitiker abzusägen. Gibt es nicht anderes worüber man berichten kann. Unruhen und Tote in Afrika? Hunger und Leid in der Welt? Unterdrückung von Menschenrechten und Pressefreiheit? Wir haben definitiv andere Probleme, auch im eigenen Land über die wir uns mehr Gedanken machen sollten.
Selbst bei der Gorch-Fock-Affäre stand immer nur unser Herr "Selbst"-Verteidungsminister persönlich und seine Entscheidungen im Vordergrund. Luft zum Atmen hat man ihm nicht gelassen. Die eigentlichen Schicksale dahinter, die musste man sich in mühevoller Kleinarbeit selber im Internet recherchieren, denn dafür wahr ja größtenteils kein Platz in der öffentlichen Presse.
Ich persönlich hoffe auf eine baldige Rückkehr Karl-Thedor zu Guttenbergs auf das politische Parkett und hoffe, dass ihm dann der Neuanfang nicht so schwer gemacht wird. Seine Arbeit als Minister hat er meines Erachtens gut gemacht und das sollte Zählen.